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Waldlieder
 

Wer hat dich, du schöner Wald


Aufgebaut so hoch da droben?
Wohl, den Meister will ich loben,
So lang' noch mein Stimm' erschallt,
Lebe wohl, du schöner Wald!

Tief die Welt verworren schallt,
Oben Rehe einsam grasen,
Und wir ziehen fort und blasen,
Daß es tausendfach verhallt,
Lebe wohl, du schöner Wald!

Was wir still gelobt im Wald,
Wollens draußen ehrlich halten:
Ewig bleiben treu die Alten,
Bis das letzte Lied verhallt;
              Schirm' dich Gott, du deutscher Wald!          
                
( Joseph v. Eichendorff)

 
 
Vergaß dei haamit net

Vergaß dei Haamit net! Su singt jeds Vögele.
Vergaß dei Haamit net! Su rauscht der Wald.
Es heilt der Storm ons zu in kalter Winterschzeit:
Vergaß dei Haamit net, dort is dei Halt!
  Fest stieh zen Volk, der Haamit trei,
  su wolln mir Arzgebirger sei!

Jeds Blümel wos do blüht, der Wind daar drüberzieht,
on's Bachel rauscht ons immer haamlich zu:
Vergaß dei Haamit net! Denk a de Gongezeit,
wie du derham gelücklich warscht on fruh!
  Fest stieh zen Volk, der Haamit trei,
  su wolln mir Arzgebirger sei!

Als letzten Abschiedsgruß ruft noch der Vater nooch,
wenn's Kind verloßen muß es Elternhaus:
Vergaß dei Haamit net, on ehr dei Mottersproch!
Mog's komme wie's när will, horch, halt fei aus!
  Fest stieh zen Volk, der Haamit trei,
  su wolln mir Arzgebirger sei!

Wächst aah när Gros dort drubn, is aah der Winter lang,
sei doch de Barg vull Wälder frisch on grü.
Vergaß dei Haamit net, wenn's noch su aafach is,
denn in der Haamit is doch immer schie!
  Fest stieh zen Volk, der Haamit trei,
  su wolln mir Arzgebirger sei!

Drüm Leit ven Arzgebirg, blebbt aafach, racht on fest,
wie onnre Wälder drubn of grüner Flur.
On loßt ons alle Zeit echt deitsche Brüder sei
on gabt en Handschlog drauf zen alten Schwur:
  Fest stieh zen Volk, der Haamit trei,
  su wolln mir Arzgebirger sei!
                 Anton Günther
 


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